LEGACY

Das Bayreuther Label ‚Danse Macabre‘ veröffentlicht vornehmlich Bands, die im entferntesten der Gothic-Szene zuzurechnen sind. Wer bei dem Debut der hessischen Formation jedoch EBM oder Future Pop erwartet, der dürfte enttäuscht sein. Der Fünfer rockt. Und wie.
Weil die Gitarren bisweilen sägen und der Sound groovt, fühlen sich zahlreiche Fanzine-Kritiker sofort an ‚Rammstein‘ erinnert. Wer jedoch die Traditionslinie der Berliner Megastars weiter verfolgt, landet automatisch bei Combos wie ‚KMFDM‘ und natürlich ‚Die Krupps‘. Folglich bei einer Stilrichtung, die fälschlicherweise mal als Industrial Metal tituliert wurde. EBM Metal wäre passender, denn die Mucke pumpt und groovt, während sich der klassische Industrial à la ‚Throbbing Gristle‘ durch die Dekonstruktion von Harmonien und Melodien auszeichnet.
Von beiden haben die zwölf Songs jedoch eine Menge und auch wenn textlich bisweilen gesellschaftskritische Allegorien und Metaphern aufblitzen, agieren HELL-O-MATIC viel eher an der Schnittstelle von klassischem Rock und Horror-Punk. Beide Musikstile werden auf dem Debut nicht neu erfunden, sondern extrem solide und an einigen Stellen sehr mitreißend zelebriert. Mit ‚Hedonistic Cheerleaders‘ treibt das Quintett männliche Klischees auf die Spitze, dies allerdings extrem hymnisch. Großartig ebenso der Song ‚Maggots‘, auf dem „der Herr der Maden“, der Kriminalbiologe Mark Benecke, am Mikro steht. Starkes Debut.