POWERMETAL.DE

Manchmal denke ich, dass ich ein alter Mann bin und fühle mich im Jugendwahn zwischen Deathcore, Slam-Death und Brutal Death regelrecht verloren. Ich gestehe, diese Musikstile erreichen mich nur teilweise. Umso schöner finde ich es, wenn ich dann Bands finde, von denen ich mich in die Jugend zurückversetzt fühle. Nein, ich meine nicht AC/DC und IRON MAIDEN, so alt bin ich auch wieder nicht. Ich spreche eher von den wilden 90ern, als Metal und Industrial sich kennen und lieben lernten und Metal mit Bands wie WHITE ZOMBIE, MINISTRY und MARILYN MANSON aufregend und spannend war und neue Wege beschritt. Ich gestehe, dass auch heute noch zwischen neuerem Stoff und echten Klassikern gelegentlich Alben dieser Bands ihren Weg in meinen CD-Player finden.

Mit dem selbstbetitelten Debüt von HELL-O-MATIC habe ich nun neuen Stoff bekommen, der das Potenzial hat, im Falle des Verlangens nach Industrial Metal der 90er an der Stelle der obengenannten Bands im Player zu landen. Dem sympathischen Quintett ist es nämlich gelungen, das Material von vor 20 Jahren nicht nur wiederzukäuen, sondern ihm einen neuen, frischen Geist einzuhauchen. Unverbraucht und unvoreingenommen geht die Band zu Werke und setzt mit schwarzem Humor, geschickt gesetzten Synthies und fettem Groove ein neues Ausrufezeichen in einem alten Genre. Hightlights der Schreibe sind das sehr rockig ausgefallene ‚Hurt’n’Bleed‘, das gemeine, schwere ‚Maggots‘ und der tonnenschwere Groover ‚Welcome To My World‘ mit dem griffigen, Stadion tauglichen Chorus.

Ein Motor der Innovation ist HELL-O-MATIC mit diesem Retro-Ansatz natürlich nicht. Trotzdem finden sich auf „Hell-O-Matic“ viele schöne Momente, die einfach nur gute Laune machen. Das Debüt der sympathischen Band überzeugt durch gute Laune, den richtigen Spirit und griffige Riffs und Songs. Und wer schnell genug zugreift, der bekommt das Debüt außerdem als schicke Sonderverpackung auf einem Stahl-Konstrukt in Form des Bandlogos.

Was will man mehr?