THE-PIT.DE

Höllischer Gruselrock, der fetzt!
Passend zum Feiertag sämtlicher Gestalten der gruseligen Ära erschien bereits zum 30. Oktober 2015 das gleichlautend betitelte Debüt-Bollerwerk von Hell-O-Matic. Das Quintett aus Fulda eröffnet die höllische Grabesruh monströs mit einem rockig-fetzigen Auftakt unter ihrem Sargdeckel im Namen von „Planet Claire“.

Die wohl längst maroden Knochen dürften sich deshalb schon nach den ersten Takten neu mobilisieren und zappelnd und mit neuer Energie ausgestattet hurtig aus dem Untergrund hüpfen. Motorisierend zieht das Hell-O-Matic-Gespann von Beginn an mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit längst abgestorbene Sinne und Körperteile in deren Bann.

Von Zeit zu Zeit auch groovig, jedoch meist eher rasant geht es in diesem Sinne an die Eingeweide. Verrückt-witzige, manchmal nicht allzu ernst zu nehmende Synthie-/Elektro-Einwürfe besprenkeln hier und da die abwechslungsreiche, energiegeladene Rhythmus-Fraktion. Ultratreibende Beats können wohl kein humpeliges Holzbein davon abhalten, dies locker-flockig im Takt zu schwingen. Es scheint schier unmöglich, aus den unzähligen Einflüssen dieses turbulenten Haufens eine Genre-Schublade zu finden. Sänger Thomas van de Scheck (TVDS) führt das Kommando der gut tanzbaren, abwechslungsreichen Mixtur aus Gothic- Industrial-Metal mit Rock’n’Roll- sowie auch Rockabilly-Anstrichen. Die selbsternannte Stilrichtung „Scary-Metal“ dürfte somit zumindest gefühlt recht gut zutreffen.

Der hoch explosive Hexenkessel wurde hörbar erfolgreich von der Band selbst sowie Eike O. Freese (Dark Age) produziert und die geschmackvollen Zutaten in den „Chameleon Recording Studios“ in Hamburg fertig gegart. Nicht verwunderlich scheint hier auch, dass die Truppe Anfang des Jahres fleißig mit solch alten Hasen wie Megaherz tourt.

Auch beim Booklet, schön dezent und edel in schwarz-grau gehalten, gibt es nichts zu mosern. Man kann somit in der Summe eine Empfehlung für all jene aussprechen, welche in den genannten Genres unterwegs sind und/oder gleichzeitig mal etwas Neues beschnuppern möchten. Zum ersten Anspielen eignet sich beispielsweise der auf Platz drei positionierte Knaller „Hedonistic Cheerleaders“ (geiler Titel auch! – Anm.d.Red.) ziemlich gut, welcher zudem in einem mordsdynamischen Video verewigt wurde.